Samstag, 8. Mai 2010

Physische Folgen von Katrina

Was jeder Besucher hier zunächst anmerkt, ist, dass man eigentlich gar nicht so viel von Katrina mehr bemerkt. Es sei denn, alle Bauarbeiten gingen darauf zurück.

Was offensichtlich nicht der Fall ist. Ich habe das Gefühl, New Orleans und Rekonstruktionen in allen Gebieten haben sehr große Ähnlichkeit mit dem Kölner Dom - sobald irgendwas fertig gestellt ist, bricht irgendwo anders wieder was zusammen. Aber das liegt nicht in Katrina begründet, sondern war wahrscheinlich schon so, als die ersten Siedler sich entschieden, hier zu bleiben. Aber das ist eine andere Geschichte.
Jedenfalls - man kann Katrina nicht alles in die Schuhe schieben und grundsätzlich fällt es daher schwer, die Spuren dieser Schuhe zu finden.
Jedenfalls, wenn man in den Gebieten unterwegs ist, in denen man halt grundsätzlich unterwegs ist. Der Besuch der Dame ist ja auch bald 5 Jahre alt. Es wäre sehr traurig, wenn die Stadt immer noch in Ruinen stünde, v.a., wenn man bedenkt, dass die meisten Häuser aus Holz gebaut sind und daher die Gebäude, die stehen geblieben sind, relativ fix wieder herzustellen sind.
Was nicht heißt, dass Katrina vergessen ist. Ganz im Gegenteil.

Einmal gibt es Stadtteile wie den Ninth Ward oder St. Bernhard, die insofern am stärksten betroffen waren, dass dort der sozial weniger gut ausgerüstete Teil der Bevölkerung lebte und daher bis heute die wenigsten Häuser wieder hergestellt sind. Hier beißt sich die Katze auch etwas in den Schwanz, denn dadurch, dass die wenigsten Häuser wieder hergestellt sind, ist es eine sehr gespenstige Atmosphäre dort und ich kann mir wenige Menschen vorstellen, die freiwillig dort leben wollen, was sich wahrscheinlich auch auf die Motivation auswirkt, das Haus wieder herzustellen oder Käufer zu finden. Wahrscheinlich (das ist jetzt eine komplett unfundierte Aussage) sind die größte Einnahmequelle Bustouren für Touristen, um sich das Gebiet anzuschauen. Und Brad Pitt und seine Häuser, natürlich, aber das ist ebenfalls eine andere Geschichte.

Dann gibt es kleinere Spuren, die man bemerkt, wenn man entweder jemanden dabei hat, der davon weiß, oder an die man sich im Lauf der Zeit gewöhnt. Z.B. finden sich immer noch einige Häuser, in denen an den Türen/Wänden die Zeichen angebracht sind, die Post-Katrina-Suchtruppen angebracht haben. Diese Zeichen drücken aus, dass das Haus durchsucht wurde, wie weit es geflutet wurde, wie viele Überlebende (Menschen und Tiere) gefunden wurden und wie viele nicht Überlebende. Und wahrscheinlich noch viele andere Details. Eine Leute hier haben die Zeichen an den Türen gelassen, selbst wenn das Haus ansonsten wieder hergestellt wurde.

Außerdem haben einige Lokale Fotos angebracht, oder, Mandina's z.B., eine Linie in ca. 2,50 m an einer Raumstütze, dass das Wasser bis dort ging. Und einige Gebäude haben sich verändert. Z.B. an der Ecke Oak Street/S Carrollton Ave befindet sich ein Gebäude, an dem man noch die Schatten des Schriftzugs der Whitney Bank erkennen kann und auch die Whitney Clock, das Symbol der Bank, noch - wenn auch stehen geblieben - noch am Gebäude befestigt ist.

In den Stadtteilen um City Park herum, wo damals einige der Dämme gebrochen sind, sind ebenfalls noch letzte Reste von Katrinas Besuch zu spüren. Jedenfalls wird dort fleißig gehämmert und gestrichen und alles ist neu, es sei denn, dort, wo wohl früher ein Haus stand, steht halt einfach nichts mehr. Das Gebiet dort ist halt finanziell nicht ganz so schlecht ausgestattet.

(... to be continued ...)

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